Version 0.1 (ß-Version), 04/2002
BESUCHT - 10. MÜNCHNER TATTOO-CONVENTION
Daß hätte sich die Geschäftsführung von Pfanni auch nicht träumen lassen, daß in ihrer ehemaligen Knödelfabrik einmal unvergängliche Hautkunst produziert werden würde. So aber fand vom 10. bis zum 12. Mai 2002 im Münchner Kunstpark Ost, einem Kneipen- und Kulturareal auf dem Gelände des ehemaligen Pfanni-Knödelwerkes am Münchner Ostbahnhof die Münchner Tattoo-Convention in der 10. Auflage statt. Daß im Jahr 2002 viele Conventions ihren 10. Geburtstag feiern, ist wohl ein deutliches Indiz dafür, daß man das Jahr 1992 als einen wichtigen Durchbruch für die Akzeptanz der Bodyart bezeichnen kann.
Daß man München aufgrund der Dichte, aber auch der Qualität an Tattoostudios durchaus als heimliche Hauptstadt der Bodyart in Deutschland ansehen kann, dürfte bekannt sein. Diesem Anspruch wurde auch die 10. Münchner Tattoo-Convention gerecht. Sicher, auch die heutzutage weit verbreiteten Steißbein-Tribals von der Stange, die sog. "Arsch-Geweihe", wurden dort gestochen, aber man fand auch wirklich einzigartige, qualitativ sehr hochwertige Stücke.
Neben dem üblichen Programm einer Convention, also Contests, Showeinlagen, Musik, sollte besonders die Versteigerung von Tattoo-Flash am Samstag erwähnt werden. Nicht wenige der anwesenden Tätowierer hatten extra hierfür ein einzigartiges Stück Flash gezeichnet; diese Stücke wurden dann zugunsten der Kinderkrebshilfe versteigert. Eine solche Aktion ist sicherlich bemerkenswert.
Aus Sicht der Besucher war die 10. Münchner Tattoo-Convention auf jeden Fall eine gelungene Veranstaltung, so daß wohl sichergestellt sein dürfte, daß die Veranstalter, Tattoo-Sohne und Cutglass-Piercing, auch im nächsten Jahr wieder eine Convention organsieren. Einziger Kritikpunkt war, wie bei den meisten Conventions, die zu laute Musikbeschallung, insbesondere bei den Bandauftritten. Eine Unterhaltung war in der gesamten Halle nur noch schreienderweise möglich. Gerade für Tätowierer, die sich während der Arbeit konzentrieren, oder auch für Leute, die sich tätowieren lassen und denen es nach Stunden Stichelei direkt über einem Knochen nicht mehr wirklich gutgeht, ist ein solcher Lärmpegel sicher nicht sehr angenehm. Hier wäre weniger vielleicht wirklich mehr.
Ein Bericht von Alex

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