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BRUSTWARZENPIERCING - EIN ERFAHRUNGSBERICHT VON ALEX

Ein Vorurteil, welches leider immer wieder zu hören ist, ist, daß man "entweder schwul oder S/M-Freak" sein muß, um auf Brustwarzenpiercings zu stehen. Nun, ich bin meines Wissens nicht homosexuell, und ich würde mich auch definitiv nicht der S/M-Szene zuordnen. Und auch meine Bekannten, von denen ich weiß, daß sie Brustwarzen-Piercings tragen, sind größtenteils weder das eine noch das andere. Fazit: Es handelt sich hier definitiv um ein Vorurteil!

Für meinen Entschluß zu diesem Piercing gab es zwei Gründe, oder besser eineinhalb, weil der eine nicht unbedingt eintreten muß. Also, Grund Nummer Eins ist ganz einfach die Optik bzw. Ästhetik. Ich finde einfach, daß ein solches Piercing klasse aussieht. Grund Nummer Zwei (der "halbe" Grund) ist, daß ich mir erfhoffe, daß durch das Piercing die Brustwarze insgesamt empfindlicher wird. Dieser Effekt tritt bei vielen Leuten mit solchen Piercings auf. Und da ich weiß, daß meine Brustwarzen nicht all zu sensibel sind, war ich um so froher, daß dieser Effekt tatsächlich eingetreten ist.

Wie läuft nun der Vorgang des Piercens ab? Zunächst einmal wird sich der Piercer oder die Piercerin die zu piercende Brustwarze erst einmal anschauen und prüfen, ob ein Piercing überhaupt möglich ist. Insbesondere bei Schlupfwarzen kann es ein Problem geben. Sollten die Nippel nicht zu lang sein (was insbesondere bei Männern häufiger vorkommen soll), so kann das Piercing auch durch den Warzenvorhof gestochen werden (So war es z.B. bei mir). Je nach anatomischer Situation wird der Piercer nun den entsprechenden Schmuck heraussuchen und erst einmal reinigen (desinfizieren und sterilisieren).

Dann wird er die betreffende Stelle mit Hautdesinfektionsmittel (z.B. Kodan) desinfizieren. Mit einem Stift werden nun die passenden Stellen für Ein- und Austrittsloch markiert, schließlich soll das Piercing ja auch gerade werden. Im Anschluß daran wird die Brustwarze mit einer Klammer gegriffen und schließlich durchstochen. Selbstverständlich geschieht das in einem seriösen Piercingstudio alles unter hygienisch einwandfreien Bedingungen, mit sterilem Material und mit Einweghandschuhen.

Der Moment des Stechens ist unangenehm, ja! Es schmerzt, ja! Aber dieser Schmerz ist wirklich nur von ganz, gaaaaanz kurzer Dauer! Und das war's dann im Prinzip auch schon wieder mit Schmerz. Im Anschluß daran kommt der Ring rein, ein Pflaster drauf und der Piercer/die Piercerin gibt noch einige Aftercare-Tipps. Ich persönlich spürte danach nur noch ein leichtes Ziehen, aber das war's von den Schmerzen her bisher auch schon.

Zum Verheilen: Brustwarzen-Piercings brauchen recht lange zum Verheilen (ist ja auch ein recht langer Stichkanal). Sechs Monate sind da durchaus im Rahmen. In dieser Zeit sollte man wirklich nur mit sauberen Händen am Piercing herumfingern (sofern das überhaupt nötig ist) und den Stichkanal regelmäßig säubern. Zu diesem Thema gibt es verschiedene Aussagen. Manche schwören auf lauwarmes Salzwasser, andere auf Medikamente wie Kamillosan (Vorsicht, enthält Alkohol und brrrrrrent), Beta-Isadonn (Vorsicht, kann auch brennen) bzw. Oktenisept (Vorsicht, sollte nicht zur Daueranwendung benutzt werden), wieder andere auf Teebaumöl.

Das Verheilen kann man auch durch die Wahl des Richtigen Schmuckes beeinflussen. Generell scheinen Barbells deutlich besser als Ringe zu verheilen. Und auch dickerer Schmuck soll für die Verheilung besser sein - ich habe mein Piercing deshalb direkt mit einem 2mm-Barbell stechen lassen, wobei ich inzwischen auf 2,4 mm gedehnt habe.

Ein Bericht von Alex