|
VON BUNTEN ARMEN UND LANGEN SESSIOSN - TEIL 2
Das 2. Tattoo, 1. Termin
Samstag, 29. September 2001, 11.50 Uhr: Ich stehe vor dem Studio Maik Freys Wilde 13 in Esslingen, in dem ich auch mein erstes Tattoo habe stechen lassen. Um 12 Uhr habe ich einen Termin und der Laden macht samstags erst um diese Zeit auf. Kurz vor 12 Uhr kommt einer der Tätowierer und schließt auf, ich folge ihm gleich ins Studio.
Die Frage, ob ich einen Termin hätte, bejahe ich und er meint, daß Trish auch jeden Moment aufkreuzen würde. 10 Minuten nach 12 Uhr betritt sie auch tatsächlich das Studio und meint, ich müsse noch einen Moment warten. Kurz darauf kommt sie mit der Vorlage, die sie für mich gezeichnet hatte und fragt, was ich davon halte.
Es ist ein bös aussehender Drache, der in einer Pfote einen Totenschädel hält. Sie hat sich schon Sorgen gemacht, ob es mir zu wenige Schädel wären, da auf dem Flash, der mir so gefallen hat, 3 Schädel drauf waren. Ich bin trotzdem begeistert von der Zeichnung und beruhige sie, indem ich ihr sage, daß ich mir das genau so vorgestellt habe. Danach suchen wir die passende Größe heraus und nun muß Trish die Vorlage noch präparieren. Ich warte erneut eine Viertelstunde und um 12.30 Uhr darf ich dann endlich mit in den Tätowierraum kommen.
Hinten angekommen entkleide ich mich bis auf ein ärmelloses Shirt, das ich während des Tätowierens anbehalte. Trish drückt mir die Vorlage auf den Oberarm, die aus 4 Teilen besteht. Nach Begutachtung von ihr wischt sie wieder einen Teil weg und drückt die Vorlage ein wenig anders auf meinen Arm. Nach weiterem Wischen und Begutachten ist sie zufrieden und ich darf mich setzen.
Ohne große Umschweife setzt sie die Nadel an, da sie davon ausgeht, daß ich das Gefühl noch vom letzten Mal kenne. Trotzdem muß ich mich wieder daran gewöhnen und die ersten 10 Minuten schmerzen ein wenig. Danach ist alles wieder in Ordnung, mein Kreislauf spielt mit und ich fühle mich überaus wohl.
Nach etwa einer Stunde geht es Richtung Innenarm. Das tut schon mehr weh, läßt sich aber noch aushalten. Erst als sie die Kralle mit dem Totenschädel am Innenarm tätowiert, muß ich gewaltig die Zähne zusammenbeißen. Abgesehen von einer blöden Sitzhaltung, die mir dann in der Nacht Rücken- und Bauchschmerzen beschert hat, ist der Innenarm deutlich empfindlicher. Sie lobt mich dennoch, daß ich trotz Schmerzen so ruhig halte.
Dann geht es endlich wieder außen weiter. Da ursprünglich nur 2 ½ Stunden angesetzt waren, denke ich, daß es nun fast zu Ende ist. Sie spricht denoch von einer weiteren halben Stunde, was ich aber nicht so schlimm finde. Allerdings ist mittlerweile der Innenarm angeschwollen und es brennt gewaltig.
Als die halbe Stunde vorbei ist, füllt sie nochmal Farbe in ihre kleinen Behälter und ich ahne, daß es wohl doch noch länger dauert. So langsam habe ich wirklich genug und kann das Stechen der Nadel überhaupt nicht mehr genießen. Ich hoffe nur noch, daß es bald fertig ist. Eine weitere halbe Stunde später ist es dann endlich soweit. Sie sprüht meinen Arm ein, wischt die Farbe weg und ich frage, ob wir für heute fertig sind. Sie bejaht das und ich bin glücklich. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen und ich bewundere meinen Arm ausführlich im Spiegel. Die Outlines sind fantastisch gemacht.
Trish holt ihren Fotoapparat und nimmt mich mit in den Innenhof. Dort macht sie noch einige Fotos von meinem Arm. Wieder zurück im Tätowierraum muß ich allen Anwesenden meinen Arm hinhalten. Große Bewunderung allerseits.
Dann das Übliche: Salbe drauf und Folie rumgewickelt. Dann erstmal für die Outlines bezahlt und einen weiteren Termin für Farbe ausgemacht. Trish meint, es sind noch 2 Sitzungen für Farbe notwendig, wobei die erste dann so etwa 5 Stunden und die zweite etwa 3 Stunden dauern wird.
Den nächsten Termin habe ich in 3 Wochen und ich hoffe, daß sich bis dahin mein Arm wieder soweit beruhigt hat, daß ich die 5 Stunden wieder gut überstehe.
Ein Bericht von Stefanie
|