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NIEMALS MIT DER OHRLOCHPISTOLE
Sehr häufig werden z.B. in Juweliergeschäften, Modeschmuckläden, etc. Ohr- oder Nasenringe mit Hilfe einer sog. "Ohrlochpistole" "geschossen" - ich denke, die meisten von Euch kennen das ja. Man legt den Medizinischen Ohrstecker ein, dann wird das ganze mittels durch eine Feder erzeugten Drucks durch die zu durchstechende Körperstelle hindurchgejagt. Das ist ja nix Neues, so arbeitet man schon seit Jahrzehnten. Auch ich ließ mir vor etlichen Jahren so meinen Ohrring "schießen"...
... aber heute würde ich das nicht mehr machen!
Warum nicht? Ganz einfach, diese "Ohrlochpistolen" sind in meinen Augen schlicht und einfach gesundheitsschädlich! Wie ich zu dieser Meinung komme? Nun ja, es gibt da ein paar Fakten, die eigentlich selbsterklärend sind:
1) Stumpfer Schmuck
Wer die handelsüblichen Medizinischen Ohrstecker kennt, der weiß, daß die nicht wirklich spitz, sondern eher stumpf sind. Beim "Schießen" des Loches wird dieser stumpfe Gegenstand mit Druck durch das Gewebe gepresst - da er jedoch stumpf ist, kann er das Gewebe nicht sauber durchtrennen, so daß das Gewebe quasi "zertrümmert" wird - dieser Gewebebrei oder -matsch, der dabei entsteht, ist ein idealer Nährboden für Keime, so daß es wohl fast immer eine saftige Entzündung gibt. Nicht umsonst werden Ohren nach dem "Schießen" im Regelfall immer Rot, Dick und Heiß - das ist nichts anderes als eine Entzündung. Bei keinem meiner richtigen Piercings hatte ich solche Probleme mit Entzündungen wie bei meinem "geschossenen" Ohrring.
2) Zu enger Schmuck
Wenn man sich den handelsüblichen Medizinischen Ohrstecker anschaut und sich klarmacht, daß das Ohr nach dem "Schießen" anschwillt, dann kann man sich leicht vorstellen, daß der Schmuck eigentlich zu eng ist, d.h. von beiden Seiten auf die Wunde (jeder frische Ohr- oder Nasenloch ist nun mal eine Wunde) drückt - das kann zum einen zu Reizungen bzw. Irritationen der Wunde führen, zum anderen kann aber auch Wundflüssigkeit und evtl. vorhandener Eiter nicht abfließen - was auch nicht gerade gesund ist und durchaus die vorhandende Entzündung verstärken kann.
3) Unhygienisches Arbeiten
Das "Schießen" von Löchern mit der "Ohrlochpistole" ist absolut unhygienisch. Diese "Ohrlochpistolen" sind nicht steriliserbar - und selbst wenn sie es wären, so hätte der typische Juwelier um die Ecke sicher keinen Sterilisator verfügbar. Da der Schmuck mit Druck durch den Körper gejagt wird, wird es sich gar nicht vermeiden lassen, daß kleine und kleinste Blut- und Gewebepartikel verspritzt werden, die evtl. nicht einmal sichtbar sind. Aber sie werden auch auf der "Ohrlochpistole" landen - und die wird dann beim nächsten Kunden einfach wiederverwendet. Es sind bereits Fälle bekannt, bei denen genau auf diesem Wege Hepatitis übertragen wurde.
Ich denke, daß diese drei Argumente recht deutlich machen, warum "Ohrlochpistolen" abzulehnen sind. Dies gilt generell für alle Arten von Piercings - und für alle Lokalitäten, egal, ob es sich dabei um Juweliere, Modeschmuck-Geschäfte oder unseriöse Piercingstudios (seriöse Studios arbeiten gar nicht mit "Ohrlochpistolen") handelt. Laßt die Finger davon und geht lieber zu einem seriösen Piercer - der ist zwar sicher teurer als der Juwelier um die Ecke, aber dafür spielt ihr nicht mit Eurer Gesundheit!
Ein Bericht von Alex
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