|
GETESTET - SPIRIT, KARLSRUHE
Piercingstudios in Karlsruhe - da sah es in der Vergangenheit sehr schlecht aus. Die drei etablierten Studios "Artcore", "PowWow" und "Mystic" schieden meiner Meinung nach aus unterschiedlichsten Gründen - wegen zu kritisierenden hygienischer Verhältnisse und/oder unfreundlichem Personal - aus. Von einigen Bekannten, die wie ich zu den Regulars der deutschsprachigen Bodyart-Newsgroup de.rec.bodyart gehören, wurde jedoch immer wieder positiv über das "Spirit" in der Kaiserpassage berichtet.
Gesagt, getan - irgendwann stiefelte ich also in die Kaiserpassage, um mir das "Spirit" anzuschauen. Hm, alleine der Weg dorthin ist schon etwas seltsam - die Gegend dort im hinteren Bereich von Kaiserpassage bzw. Passagehof gehört nicht unbedingt zu den besten Adressen im Umfeld der Karlsruher Shoppingmeile Kaiserstraße. Aber das soll ja nix heißen. Also rein in den Laden. Hätte an der Tür nicht ein Schild "Bodypiercing" gehangen, so wäre ich wohl rückwärts wieder raus. Okay, ich kenne einige Leute, die zur Dark-Wave-/Gruftie-/Gothic-Szene gehören, aber ich selbst konnte mit dieser Szene noch nie sonderlich viel anfangen. Und das "Spirit" ist wohl primär ein Laden, der sich der Dunklen Szene zugehörig fühlt. Aus den Boxen tönt entsprechende Musik, der Laden ist sehr düster in schwarz gehalten, man findet schwarze Klamotten, Totenköpfe aus Kunststoff, Grabkerzen, Gothic-CDs, ... Nun ja, da ich mich vorher ein bißchen über den Laden informiert hatte, wunderte mich das eigentlich alles nicht - immerhin wußte ich, daß einer der Inhaber des Ladens eine Größe (mehr oder weniger - da konnten mir meine Bekannten aus der Szene keine eindeutige Aussage bieten) der Dunklen Szene ist: Mozart, der Frontman von "Umbra et Imago". Die andere Hälfte des Ladens gehört Manuela, die meistens hinter'm Tresen zu finden.
Mit ihr geriet ich dann auch recht schnell ins Fachsimpeln über Piercings. Auch wenn sie selbst nicht pierct, so kennt sie sich doch sehr gut aus. Eine kleine, aber feine Schmuckauswahl am Tresen überzeugte mich dann endgültig davon, daß ich hier an der richtigen Adresse zu sein schien.
Da im Spirit nur Donnerstags und Samstags gepierct wird, wurde mir geraten, einen Termin auszumachen, was ich auch tat. Also erschien ich einige Tage später nochmals, um mich in die Hände von Jana, der Piercerin (neben ihr pierct auch noch ein Mann, dessen Name mir leider entfallen ist), zu begeben.
Zum Vorgang des Piercens gibt es eigentlich nichts besonderes zu erwähnen. Sämtliche notwendigen Hygienestandards wurden eingehalten, es wurde sauber und professionell gearbeitet, der Kunde - also ich - wurde über mögliche Risiken sowie die notwendige Aftercare aufgeklärt. Da kann man absolut nichts dran aussetzen. Auch als ich einige Wochen später bei Janas Kollegen zuschauen durfte, als sich eine Freundin den Bauchnabel stechen lies, lief es genauso professionell ab.
Ich kann das "Spirit" uneingeschränkt weiterempfehlen. Hier wird man gut beraten und behandelt, die Preise stimmen, man fühlt sich wohl (was sich auch darin zeigt, daß ich seither immer wieder mal auf ein Schwätzchen mit Manuela reinschaue) und wird unter hygienisch einwandfreien Bedingungen von professionellem Personal "gelocht". Einzig die Musik im Piercing-Raum ist etwas gewöhnungsbedürftig, zumindest für mich, der nicht so auf Gothic steht. Weitere Infos findet man unter http://spirit-karlsruhe.de/shop/.
Fazit: Manchmal kann auch ein an und für sich sehr düsterer Laden wie das "Spirit" ein Lichtblick in der Piercingstudio-Szene sein.
Ein Bericht von Alex
|